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    Focus Izalco Max 2024 Review

    Sophia Willmes
    Sophia Willmes
    16. Nov. 2023 7 Min.
    Focus Izalco Max 2024 Review

    Was kann das brandneue Rennrad wirklich?

    Das Focus Izalco ist kein Rad, das uns fremd ist, ganz im Gegenteil. Nic hat sich dieses Jahr schon einmal in einer längeren Review mit dem Race-Biest beschäftigt und war durchaus Fan des schnellen, leichten und fähigem Kletterbikes. Glasklar also, dass, als uns unsere Head of Brand eine Ausführung des brandneuen Modells besorgen konnte, wir es uns ganz in Ruhe angesehen und ausführlich für euch getestet haben. Hier kommt also: Focus Izalco Review, die zweite, die neueste.

    1. Der erste Eindruck

    Seit 2019 hat das Izalco Max keine größeren Veränderungen mehr mitgemacht... Versteht uns nicht falsch, das bisherige Modell ist ein fantastisches Bike, schnell, schick sowie einfach und stabil im Handling. Aber schon beim ersten Blick auf das neue Modell wird klar, dass sich Focus diesmal ein bisschen mehr hat einfallen lassen. Fangen wir mit der auffälligsten Änderung an: Das große Focus Logo auf dem Unterrohr ist verschwunden, was für einen diskreteren und cleaneren Look sorgt, nur noch auf Gabel, Kurbel und dem Oberrohr findet man kleinere Logos platziert. Was die Lackierungen angeht, so hat Focus seine Farben bisher zwar einheitlich gehalten und nur die Farben des Logos rotiert, jetzt gibt es aber in allen Ausführungen zweifarbige Colorways.

    Focus' Hauptziel war es, aus diesem Modell das schnellste jemals existierende Izalco zu machen. Also wurde ordentlich an Aerodynamik und Steifigkeit geschraubt, ohne Einbussen beim Gewicht machen zu müssen - im Endeffekt war Focus also auf der Suche nach dem Wunderrezept eines Allrounder-Rennrads wie dem Specialized Tarmac, jedoch mit mehr Fokus auf Geschwindigkeit als auf Gewicht. Was ist also neu?

    2. Die wichtigsten Neuerungen.

    Was direkt auffällt, ist die veränderte Rohrform. Während wir am bisherigen Modell Kammtail Formen gesehen haben, also vorne rund und hinten flach, so hat das neue Izalco Max vor allem abgeschnittene NACA Rohrformen, von der Optik her also irgendwo zwischen rund und d-förmig. Diese Form erlaubt bessere Kontrolle im Wind, besonders, wenn dieser von der Seite kommt. Als Resultat bekommt ihr damit nicht nur eine verbesserte Aerodynamik, sondern auch verbesserte Steifigkeit und weniger Gewicht.

    Ebenfalls ersichtlich ist, dass der Übergang zwischen Gabel und Rahmen um einiges flüssiger und eleganter ist, dass das Oberrohr länger und schmaler ist und dass beim hinteren Dreieck die kleine Plattform des vorherigen Modells ebenfalls verschwunden ist. Um die neuen Formen der Rohre noch weiter in ihrem aerodynamischen Effekt zu unterstützen, ist wieder eine Sattelstütze in D-Form und ein zweiteiliges, teilintegriertes Cockpit verbaut worden.

    Dieses Cockpit ist ästhetisch zwar durchaus ansprechend und auch aerodynamisch, trotzdem hätten wir uns über ein vollintegriertes oder zumindest über ein einteiliges Cockpit gefreut - immerhin wäre das auch im Sinne eines maximal schnellen Bikes gewesen... Aber dieses Setup erlaubt euch eben auch eine einfachere Instandhaltung und mehr Anpassungsmöglichkeiten, wovon wir im Großen und Ganzen Fan sind.

    3. Mehr Aerodynamik, mehr Speed.

    Zusammenfassend sparen diese neuen aerodynamischen Features im Vergleich zum Vormodell 6.6 Watt bei einer Geschwindigkeit von 45 km/h, was euch auf einer 45 km Strecke ganze 1 Minute und 47 Sekunden schneller macht. Auch noch toll? Eine mitgenommene Wasserflasche wird fast vollständig vom Rohr verdeckt und verlangt euch deshalb nur 0.3 zusätzliche Watt ab!

    Das hört sich jetzt erstmal super an und die Profis unter euch werden durch diese Neuerungen beim auch wirklich Fahren profitieren. Wenn ihr aber eher Amateur-Fahrer:innen seid, dann wird der Unterschied für euch kaum spürbar sein... Trotzdem gut zu wissen, dass es ein unfassbar schnelles Bike ist.

    4. Mehr Speed, mehr Steifigkeit.

    Wer schneller fährt, braucht auch ein steiferes Bike, um sicherzustellen, dass euch beim Treten in die Pedale keine Leistung flöten geht und sich euer Rad beim Sprinten im Wiegetritt nicht schwammig anfühlt. Im Tretlager hat Focus die Steifigkeit deshalb um 15% erhöht, am Oberrohr um 8% und im Bereich der Gabel um 16%. Das erleichtert zwar das Handling, reduziert aber auch den Komfort des neuen Izalco Max' und zeigt nochmal, dass bei diesem Bike nichts als aerodynamisch perfektionierte Geschwindigkeitsmaximierung im Vordergrund steht. Trotzdem gönnt euch Focus ein paar Features für ein bisschen Bequemlichkeit: Die Länge der Sattelstütze wurde reduziert und sie wurde um 15 mm zurückgesetzt, was euch mehr Flex erlaubt und Vibrationen am Heck spürbar dämpft. Die Reifenfreiheit beträgt nun 30 mm, was euch bei 30 mm Reifen etwas zusätzliches Polster bietet.

    5. Rahmengeometrie.

    Um das Rad agil zu halten und euch präzises Handling und Stabilität auch bei hohen Geschwindigkeiten zu ermöglichen, wurde von Focus auch an der Geometrie ein bisschen etwas verändert. Die Höhe des Tretlagers beträgt nun 6 mm mehr als beim bisherigen Izalco Max und das Oberrohr ist um 0.5 Grad steiler. Das garantiert euch ein super sicheres Gefühl beim Handling vor allem bei ordentlich Speed, wird aber vor allem für Anfänger:innen ein bisschen gewöhnungsbedürftig sein.

    Durch das steilere Oberrohr ist auch der Radstand ein bisschen kürzer, bedeutet also nochmal mehr Agressivität, die auch durch den 17 mm höheren Stack nicht beeinträchtigt wird. Auf dem Focus Izalco Max 2024 sitzt ihr ziemlich sportlich, perfekt also für schnelles und direktes Fahren.

    6. Gewicht.

    Wie bereits zu Beginn erwähnt: Das Izalco Max soll ein schneller Allrounder sein. Ein bisschen geht das aber doch auf Kosten des Gewichts, vor allem durch die Neuerungen im Bereich Aerodynamik und Steifigkeit. Der Rahmen selbst bringt in Größe M bescheidene 865 g auf die Waage, ist also 6% leichter als der des letzten Modells, die Gabel ist aber mit 368 g ganze 3.6% schwerer. Beim ganzen Fahrrad, inklusive der verbauten Ultegra di2 Schaltung liegen wir bei 7.8 kg, was im Vergleich zu anderen "Allrounder-Racern" nicht super beeindruckend ist, immerhin liegen viele davon im Bereich von 7.1 - 7.2 kg. Trotzdem ist das Izalco Max immer noch leicht genug, um steile Anstiege gut zu meistern. Auf steile Abfahrten werdet ihr euch aber noch ein bisschen mehr freuen.

    7. Die 9-er Reihe oder die 8-er Reihe?

    Das Izalco gibt es in zwei Reihen: 8 und 9. Was aber kein Grund für Verwirrung ist, der Unterschied zwischen den beiden liegt nämlich vor allem im Carbon Layup und dementsprechend im Gewicht. Die 8-er Reihe wiegt 185 g mehr.

    Was Aerodynamik, Steifigkeit und Geometrie angeht, so sind die beiden Reihen identisch. In beiden habt ihr jeweils drei Modelle, deren Komponenten, Colorways und Preise sich unterscheiden. Alle drei haben jeweils die klassische d-förmige Sattelstütze und einen voll-integrierten Vorbau, der in sechs verschiedenen Längen erhältlich ist, was euch einen noch besseren Fit ermöglicht. Den aerodynamischen und ergonomischen Easton EC70, der eine wahre Wohltat für eure Hände ist, bekommt ihr aber nur bei den 9-er Bikes.

    Die Schaltgruppen bestehen bei allen Bikes aus Shimano-Komponenten, bei der 9-er Reihe bekommt ihr die etwas fortgeschritteneren Ultegra und Dura Ace Gruppen, bei der 8-er gibt es die mechanische 12-Gang 105 oder die 105 di2. Ihr sitzt auf einem fi'zi:k Vento Argo Sattel und fahrt beim Izalco 9.8 mit 45 mm tiefen DT Swiss ERC1600 Laufrädern auf Vittoria Corsa Reifen. Das sind allesamt solide Komponenten. Was wir aber nicht ganz verstehen, ist, warum Focus sich auch bei den teuersten Modellen für nur 45 mm Felgentiefe entschieden hat. Irgendwie passt das nicht so richtig zum sonstigen Streben nach Geschwindigkeitsmaximierung...

    8. Preis.

    Auch hier ist die Auswahl stattlich: Die Izalcos kosten zwischen 2.999 und 8.999 Euro, je nach Modell. Für die knappen 9.000 Euro bekommt ihr ein Dura Ace Setup und wenn man dann auch noch den hochqualitativen Rahmen und die sonstigen premium Komponenten beachtet, dann ist selbst das noch ein ziemlich fairer Preis für ein wirklich fähiges Bike. Immerhin kosten Bikes in ähnlicher Qualitätsklasse mit Dura Ace gut und gerne zwischen 10.000 und 12.000 Euro. Unser persönlicher Favorit ist und bleibt aber das Izalco Max 8.9 - mit 4.799 Euro ist es noch relativ budgetfreundlich und das Laufradset aus Carbon sowie die 105 di2 machen es zu einem rundum soliden und schnellen Bike.

    9. Ist das ein Bike für euch?

    Wer nach einem treuen, sportlichen Allround-Racer sucht, der euch pure Aerodynamik verspricht, super aussieht und euch nicht die Welt kostet: Glückwunsch, für den/die ist das Focus Izalco Max ein perfektes Rennrad. Es ist ein no-bullshit-bike, ihr bekommt was ihr seht: Wenig Gewicht, gute Komponenten und ordentlich Speed. Aber wenn ihr eher in den Bergen unterwegs seid, klettern wollt und euch minimales Gewicht wichtig ist, dann gibt es auf jeden Fall bessere Optionen, selbst wenn auch hier das Izalco durchaus seinen Job erledigt.

    Wer schon das 2022 Izalco Max hat, muss unserer Meinung nach nicht unbedingt upgraden, so groß sind die Unterschiede zwischen den beiden Modellen nicht. Was auch deshalb gut ist, weil ihr das Modell von 2022 pre-owned, in top Zustand und für ein bisschen weniger Geld bei uns bekommt: Auf buycycle haben wir immerhin mehr als 17.000 Rennräder, Gravel und Mountainbikes verfügbar und darunter stecken auch ein paar Dutzend Izalcos. Du musst erst etwas Platz schaffen und dein altes Fahrrad verkaufen? Dann lohnt es sich auch bei buycycle vorbeizuschauen. Bei Fragen ist unser Team jederzeit für euch da und mehr Infos zum Thema Fahrrad findet ihr auf dem Blog. Stöbert also doch noch ein bisschen rum, wir wünschen euch, wie immer: Happy browsing, happy cycling!