Radfahren im Winter: Diese 6 Punkte solltest du beachten
Bereit fürs Fahrradfahren im Winter? Wir kennen es alle: Die Tage werden kürzer, die Temperaturen fallen, ständig sind wir erkältet und ehe wir’s uns versehen, wird schon wieder Salz gestreut und die Räumfahrzeuge schaufeln den Schnee von den Straßen.
Wie soll man da noch ordentlich draußen trainieren? Ob MTB, Rennrad oder Gravel Bike – in diesem Blogpost geben wir dir wertvolle Tipps, wie du sicher und mit viel Freude durch den Winter kommst.
Denn Fahrradfahren bei Kälte hat auch viele Vorteile! Echt jetzt? Welche denn, fragst du dich vielleicht? Wir haben ein paar davon für dich aufgelistet.
Vorteile vom Radfahren im Winter
Hier sind ein paar tolle Vorteile, die ein Training bei Minusgraden unter den richtigen Voraussetzungen haben kann.
- Immunsystem: Du stärkst dein Immunsystem, sobald du dich regelmäßig verschiedenen Wetterbedingungen aussetzt. Dadurch bist du weniger anfällig für Erkältungen und Infekte.
- Fitness und Ausdauer: Radeln im Winter ist anstrengender als im Sommer. Nicht ohne Grund wird öfter mal gemunkelt, dass eine Stunde Training bei Minusgraden so effektiv sei wie mehrere Stunden bei sommerlichen Temperaturen.
- Stressabbau und frische Luft: Ob Winter oder Sommer – Sport an der frischen Luft ist immer gesund. Du nimmst mehr Sauerstoff auf, baust Stress ab und fühlst dich danach, als könntest du die ganze Welt erobern (und denk mal an die heiße Dusche im Anschluss!).
- Endorphinausschüttung: Beim Fahrradfahren im Winter werden noch mehr Endorphine ausgeschüttet als zu anderen Jahreszeiten. Und wer sagt schon freiwillig nein zu einer Extraportion Glückshormone?
- Mentale Stärke: Während die anderen zu Hause sitzen und Netflix gucken, trotzt du tapfer dem eisigem Wind und den verschneiten Wegen. Mit jeder neuen Herausforderung wächst du auch und steigerst dein Selbstbewusstsein. Ja, du kannst stolz auf dich sein!
- Technische Skills: Es ist nicht leicht, ein Fahrrad auf glatten Straßen oder durch Schnee und Matsch zu navigieren. Du wirst einiges lernen und vielleicht auch das ein oder andere Mal stürzen (hoffentlich auf weichem Puderzuckerschnee). Aber wenn du den Winter meistern kannst, ist alles andere ein Klacks!
Wie du siehst, lohnt es sich auf jeden Fall, im Winter Fahrradfahren zu gehen. Kommen wir nun zu den 6 Punkten, die du dabei unbedingt beachten solltest.
1. Wähle ein passendes Rad

Nun gut, aber welches Rad kannst du denn im Winter sicher fahren und auf welche Fahrradtypen solltest du verzichten? Gibt es so etwas wie ein perfektes Winterfahrrad?
Wenn du normalerweise ein schickes Rennrad fährst, solltest du auf jeden Fall darüber nachdenken, dir ein Zweitrad für den Winter zuzulegen. Ein robustes MTB oder ein wendiges Gravel Bike zahlen sich bei jedem Wetter aus.
Aber sehen wir uns einmal genauer an, welche Möglichkeiten du hast:

Rennrad
Du liebst dein Rennrad so sehr, dass du es auch im Winter fahren willst? Keine Sorge – auch wenn die dünnen Rennradreifen eher suboptimal für die kalte Jahreszeit sind, gibt es ein paar Wege, wie es trotzdem klappt:
- Fahre nur dann, wenn du dir absolut sicher bist, dass kein Schnee liegt und die Straßen nicht glatt sind.
- Reinige dein Rad nach jeder Fahrt gründlich, denn Streusalz ist Gift für deinen Rahmen (vor allem bei Stahl und Aluminium).
- Bringe breitere Reifen an deinem Rennrad an oder baue es direkt zu einem Gravel Bike um. Wie das funktioniert, kannst du hier nachlesen.
Gravel Bike
Ein Gravel Bike wäre natürlich die beste Option, wenn du bei deinen Wintertouren nicht auf die Vorteile eines Rennrads verzichten willst. Graveln im Winter ist nämlich gar nicht so schwer! Diese Räder eignen sich super für lange Fahrten durch verschneite Wälder und über leicht frostige Feldwege. Das sind die Gründe:
- Mit einer Reifenbreite zwischen 35c und 52c hast du auch bei Schnee und Glätte genug Traktion.
- Es gibt normalerweise viele Montagemöglichkeiten für Schutzbleche.
- Gravel Bikes sind allgemein robuster als Rennräder, können aber trotzdem hohe Geschwindigkeiten erreichen.
Mountainbike
Wenn es dich eher in verschneite Bergregionen anstatt auf die Straße zieht, dürfte ein MTB die perfekte Wahl sein. Es hat folgende Vorteile:
- Die breiten Reifen mit grobem Profil eignen sich ideal für verschneite, matschige oder rutschige Pfade, denn sie geben dir mehr Traktion.
- Du hast in der Regel genug Platz für spezielle Winterreifen, Fatbike-Reifen (bis zu 5 Zoll breit) oder Spikereifen.
- Es gibt eine große Auswahl an MTB Winter-Ausrüstung, sowohl was Komponenten als auch was Kleidung betrifft.
- Mountainbikes sind stabil gebaut und kommen dank Scheibenbremsen auch bei Kälte sicher und schnell zum Stehen.
Letztendlich musst du selbst entscheiden, welches Bike sich am besten für deine Wintertouren eignet. Übrigens: Wenn du im Winter mit dem Rad zur Arbeit fahren musst, dann haben wir hier ein paar wertvolle Tipps und Tricks für dich.
2. Zieh dich warm an

Kommen wir zum nächsten wichtigen Punkt – der Kleidung. Denn wie heißt es so schön? Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.
Damit du perfekt mit Jacke, Hose und Fahrradschuhen für den Winter ausgestattet bist, geben wir dir jetzt ein paar Tipps, welche Kleidungsstücke du dir unbedingt besorgen solltest, falls du sie noch nicht besitzt. Here we go:
- Spezielle Winterfahrradschuhe: Es gibt unzählige Varianten, wie zum Beispiel speziell für Mountainbiker mit extra viel Halt oder, für die Rennrad-Fans unter uns, ein wenig aerodynamischer. Bei flachen Pedalen lohnen sich Flat-Pedal-Schuhe mit griffigen Sohlen und für längere Touren eignen sich Touring- oder Trekking-Winterfahrradschuhe.
- Regenhose: Viele Marken wie Vaude oder Gore-Tex stellen Regenhosen speziell für den Winter her. Achte auf jeden Fall darauf, dass deine neue Hose wasserdicht, winddicht, atmungsaktiv und mit Reflektoren ausgestattet ist. Wir haben ein paar tolle Modelle für dich getestet, die du hier findest.
- Winterjacke: Eine gute Winterjacke ist das A und O, um immer schön warm und trocken zu bleiben. Hochwertige Modelle setzen sich aus atmungsaktiven Stoffen, wasserdichten Membranen und isolierenden Materialien zusammen. Beliebte Marken sind zum Beispiel Rapha, Vaude und Castelli.
- Handschuhe: Ohne Handschuhe geht im Winter gar nichts. Sie sollten auf jeden Fall wasser- und winddicht sowie atmungsaktiv sein, rutschfeste Materialien an den Handflächen haben und im Idealfall auch mit Touchscreens kompatibel sein.
Kannst du dein Rennrad-Kit auch im Winter nutzen?
Theoretisch ja, wenn du hart im Nehmen bist und ein paar kleine Veränderungen vornimmst.
Du könntest zum Beispiel warme Überschuhe für Fahrten im Regen und Schnee über deine Sommer-Rennradschuhe ziehen. Das ist zwar nicht optimal, funktioniert aber für kürzere Fahrten mit einer Temperatur von etwa -5 bis 8 °C (kommt auf die Marke und deine Kälteresistenz an).
Wenn du nur kurze Bibs und Trikots hast, kannst du dir Armlinge und Beinlinge kaufen, die speziell für den Winter konzipiert sind. Vergiss aber nicht, einen warmen Baselayer und Wintersocken zu tragen. Merinowolle eignet sich besonders gut.
3. Sorge für ausreichend Beleuchtung

Im Winter sind die Tage kürzer, die Wetterverhältnisse schlechter und es ist allgemein etwas dunkler als im Sommer – oder zumindest kommt uns das so vor. Deshalb ist es in dieser Jahreszeit noch wichtiger als sonst, beim Radeln so sichtbar wie möglich zu sein.
Hier ein paar Vorschläge, wie du dich und dein Rad entsprechend ausrüsten kannst:
- Nabendynamos
- LED-Rücklicht mit Standlicht und LED-Frontscheinwerfer
- alle vorgeschriebenen Reflektoren
- Reflexstreifen an der Bekleidung, dem Helm, den Taschen und den Reifen
- Helmlampen
- Leuchten mit Tagfahrlicht, automatischem Sensor oder Fernlichtfunktion
Wichtig: Achte darauf, dass die Lichtmenge (Lumen) immer ausreicht. Für die Stadt brauchst du normalerweise nicht mehr als 200 Lumen, auf unbeleuchteten Straßen schon mindestens 400 Lumen und im Wald oder auf schwierigen Trails empfehlen wir rund 1500 Lumen.
4. Warte dein Rad regelmäßig

Im Winter ist dein Fahrrad stärkeren Belastungen ausgesetzt – Schnee, Kälte, Nässe und Streusalz können ihm ganz schön zusetzen, wenn du es nicht regelmäßig wartest. Und das schadet nicht nur dem Look deines Bikes, sondern kann auch zu Unfällen oder Pannen führen!
Hier sind ein paar Tipps, wie du dein Fahrrad immer tipptopp in Schuss halten kannst:
- Überprüfe deine Bremsen: Sind sie sauber und funktionieren sie reibungslos? Salz und Feuchtigkeit können die Bremsleistung stark beeinflussen und den Bremsweg verlängern.
- Reinige dein Bike regelmäßig: Du solltest Schmutz, Nässe und Salz nach jeder Fahrt entfernen, um Korrosion zu vermeiden.
- Kümmere dich um die Reifen: Damit du immer schön viel Traktion auf Schnee und Eis hast, solltest du regelmäßig den Reifendruck messen und die Reifen nach Verschleiß untersuchen.
- Pflege deine Kette: Auch die Kette leidet schnell unter winterlichen Bedingungen. Reinige sie regelmäßig und behandle sie mit wasserabweisendem Kettenöl, um Rost und Abnutzung zu verhindern.
Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, kannst du dein Fahrrad natürlich auch professionell in einer Fahrradwerkstatt warten lassen.
5. Achte auf deine Fahrweise
Im Winter ist es ganz besonders wichtig, dass du deine Fahrweise an die Straßenbedingungen anpasst. Natürlich kann man Unfälle nie ganz vermeiden. Aber wenn du weißt, wie du in bestimmten Situationen reagieren musst, dann ist das schon eine große Hilfe.
Hier sind ein paar Tipps, wie du im Winter sicherer fahren kannst:
- Achte darauf, bei rutschigem Untergrund sehr früh und vorsichtig zu bremsen (am besten mit der Hinterradbremse).
- Nie in Kurven treten oder bremsen, sofern möglich.
- Bei Glatteis möglichst wenig lenken oder bremsen, sondern langsam ausrollen lassen.
- Fahre langsamer als sonst.
- Reduziere den Luftdruck in deinen Reifen.
- Halte immer genug Abstand zu anderen Straßenteilnehmern, denn der Bremsweg ist oft wesentlich länger.
Wenn du diese Punkte beachtest und so defensiv wie möglich fährst, steht dem Radeln im Winter nichts mehr im Wege!
6. Fahre nur geeignete Strecken

Es versteht sich eigentlich von selbst, bei Schnee und Kälte nur geeignete Strecken zu fahren. Trotzdem ist das nicht immer selbstverständlich. Vielleicht siehst du ein Video auf YouTube, in dem jemand auf seinem MTB im Winter durch Wälder mit glitzerndem Schnee fetzt, und denkst dir: Das will ich auch!
Aber gerade im Winter solltest du dir ganz genau überlegen, wann, wo und mit welchem Rad du fahren willst. Beachte folgende Punkte, um immer sicher unterwegs zu sein:
- Wähle eine Route mit gestreuten oder gut geräumten Straßen und Fahrradwegen.
- Vermeide eisige oder schneebedeckte Straßen.
- Informiere dich, wenn möglich, vor der Fahrt über den Zustand der Straßen oder Wege.
- Bleib lieber zu Hause, wenn es Risiko für Blitzeis gibt oder du dir unsicher bist, ob du überhaupt fahren solltest.
Radfahren bei Minusgraden? Das schaffst du!
Wie du siehst, hat es viele Vorteile, sich auch im Winter auf das Rad zu schwingen. Du stärkst nicht nur dein Immunsystem und setzt Endorphine frei, sondern lernst auch technische Skills, die dir zu jeder Jahreszeit zugute kommen. Dazu brauchst du nur das passende Bike. Lass das schicke Rennrad lieber an der Wand und erkunde die Gegend mit einem Gravel Bike oder einem Mountainbike. Die breiten Reifen geben dir bei Schnee und Glätte ausreichend Traktion.
Achte auf jeden Fall darauf, dich warm anzuziehen und für ausreichend Beleuchtung zu sorgen, wie zum Beispiel mit Reflektoren und starken Fahrradlichtern. Außerdem solltest du dein Fahrrad regelmäßig putzen und auf Beschädigungen überprüfen, um Pannen auf glatten Straßen zu vermeiden. Auch eine defensive und besonders vorsichtige Fahrweise trägt zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr bei.
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