Wie wird dein Rennrad zu einem Gravel Bike? Geht das überhaupt?
Kannst du ein Rennrad zu einem Gravel Bike umfunktionieren? Und falls ja, ist das überhaupt eine gute Idee? Gravel Bikes sind mittlerweile so beliebt wie nie zuvor. Wer hätte gedacht, dass wir uns insgeheim immer nach so einem Allrounder gesehnt haben? Erst fetzen wir durch den Wald und über holprige Trails, danach geht’s mit mehr als 20 km/h auf der Landstraße weiter. Genial. Kein Wunder, dass diese fantastischen Räder so begehrt sind.
Da viele von euch ein Rennrad besitzen, erreicht uns immer mal wieder die folgende Frage: „Wie kann ich mein Rennrad zu einem Gravel Bike umbauen? Geht das überhaupt?“ Genau das wollen wir dir heute beantworten. In diesem Blogpost erfährst du, was ein Gravel Bike überhaupt ist, welche Komponenten du dafür benötigst und ob es tatsächlich möglich ist, aus einem Rennrad ein Gravel Bike zu machen.
Wie wird dein Rennrad zu einem Gravel Bike? Geht das überhaupt?
Kannst du ein Rennrad zu einem Gravel Bike umfunktionieren?
Geht das? Ja, aber dazu brauchst du das passende Rennrad. Wenn dein Bike zu wenig Reifenfreiheit, Felgenbremsen und viele ältere Komponenten besitzt, dann hast du eher schlechte Karten. Du benötigst nämlich Scheibenbremsen und genug Platz für breite Reifen, neben vielen anderen wichtigen Faktoren.
Es ist leider so, dass du dich mit bestimmten Komponenten deines Fahrrads schlichtweg abfinden musst. Dazu gehören die bereits erwähnte Reifenfreiheit sowie Felgenbremsen. Die kannst du nicht einfach durch Scheibenbremsen ersetzen. Mit dem Wissen um diese Einschränkungen kannst du selbst abschätzen, ob ein Umbau möglich ist oder nicht – und dann steht der Transformation vom Rennrad zum Gravel Bike nichts mehr im Wege!



Umbau vom Rennrad zum Gravel Bike: Was macht ein Gravel Bike eigentlich aus?
Bevor wir über den Umbau vom Rennrad zum Gravel Bike sprechen, wollen wir noch kurz definieren, was genau ein Gravel Bike eigentlich ist. Es gibt nämlich entscheidende Eigenschaften, die ein Gravel Bike mitbringen muss und die du berücksichtigen solltest.
Breitere Reifen für mehr Traktion
Gravel Bikes haben breitere Reifen und Laufräder als Rennräder. Auch der Reifendruck ist niedriger. Normalerweise liegt die Reifengröße zwischen 35C und 52C.
Entspannte Geometrie für mehr Komfort
Die Rahmengeometrie ist weniger aggressiv als bei einem Rennrad. Dadurch hast du eine leicht aufrechte Sitzposition und mehr Kontrolle über das Rad. Das ist besonders bei Fahrten auf schwierigem Terrain sehr wichtig.
Zuverlässige Scheibenbremsen für alle Bedingungen
Gravel Bikes haben Scheibenbremsen, damit du immer schnell bremsen und auf verschiedenen Untergründen fahren kannst (denk nur mal an Sand oder Matsch …). Es gibt zwei Arten von Scheibenbremsen: Entweder sie sind mechanisch und bremsen über ein Kabel, oder sie sind hydraulisch und bremsen mit einer Flüssigkeit, die sich in den Kabeln befindet.
Flared-Lenker für mehr Kontrolle
Auch Flared-Lenker sind eine wichtige Komponente. Dabei handelt es sich um Drop Bars wie beim Rennrad, deren Ende jedoch weiter ausgestellt ist. So kannst du dein Gravel Bike auf technisch anspruchsvollen Strecken besser kontrollieren.
Niedrige Übersetzung für einfachere Anstiege
Kommen wir jetzt zur Schaltung. Gravel Bikes haben ein viel niedrigeres Übersetzungsverhältnis als Rennräder, damit sie steile Anstiege und lockeren Boden optimal bewältigen können. Rennräder haben im Vergleich zu Gravel Bikes meist eine recht hohe Übersetzung.
Aus Rennrad wird Gravel Bike: Unser How-To-Guide
Jetzt wird’s spannend: Wir erklären dir, wie du dein Rennrad zu einem Gravel Bike umfunktionieren kannst. Dazu benötigst du folgende Komponenten:
- Gravel Bike-Reifen und passende Schläuche
- Flared-Lenker
- Einen kürzeren Vorbau
- Kleinere Kettenblätter und größere Kassette
- Kleinere Laufräder (optional)
Schritt 1: Gravel Bike-Reifen und Räder
Der erste Schritt auf dem Weg vom Rennrad zum Gravel Bike ist eine Investition in größere, breitere Reifen. Zuerst entfernst du die Laufräder und ersetzt die alten Reifen mit den neuen Gravel-Reifen. Danach kannst du die alten Schläuche mit passenden Gravel-Schläuchen austauschen oder Dichtmittel hineingeben, um tubeless zu fahren.
Damit die Reifen auch wirklich passen, solltest du etwa 5 mm Abstand auf jeder Seite der Kettenstreben haben. Bei Fahrrädern mit Scheibenbremsen kannst du sogar die Radgröße auf 650b reduzieren. Wenn deine Laufräder einen kleineren Durchmesser haben, kannst du nämlich breitere Reifen montieren.
Sobald du die Laufräder wieder am Rad angebracht hast, kannst du den Reifen aufpumpen. Achte aber darauf, dass der Reifendruck niedriger ist als bei deinem Rennrad (der optimale Reifendruck ist normalerweise auf dem Reifen angegeben). Anschließend checkst du alles ein letztes Mal durch und schon sieht dein Rennrad wie ein Gravel Bike aus!
Schritt 2: Flared-Lenker und kurzer Vorbau
Als Nächstes montierst du den Lenker und den Vorbau ab. Entferne dazu die Schalthebel, das Lenkerband und den Vorbau. Lege sie vorsichtig zur Seite.
Jetzt musst du den kürzeren Vorbau und den Flared-Lenker anbringen. Der kürzere Vorbau ist aufrechter positioniert als beim Rennrad. Dadurch entsteht eine entspanntere Geometrie und das Handling deines Bikes wird agiler. Anschließend bringst du den Flared-Lenker und das Lenkerband an.
Montiere nun die Schalthebel an den Lenker und lege die Kabel so, wie es dir am besten passt. Achte darauf, dass alle Kabel und Schrauben fest angezogen sind. Jetzt hast du eine weniger aggressive Position beim Radeln – und das macht einen großen Unterschied beim Graveln.
Schritt 3: Niedrige Übersetzung
Niedrigere Gänge sind entscheidend für ein effektives Gravel Bike. Es ist auch gar nicht so schwer, dein Rennrad dementsprechend umzurüsten. Bei einem 1X-System (ein Kettenblatt vorne) kannst du einfach auf ein kleineres Kettenblatt wechseln. Bei einem 2X-System (zwei Kettenblätter vorne) kannst du von den Standard-Kettenblättern für Rennräder auf Cyclocross- oder Gravel-Kettenblätter umsteigen. Diese bieten eine größere Bandbreite an niedrigeren Gängen, die sich besonders auf steilen Anstiegen und losem Untergrund auszahlen.
Wenn du willst, kannst du auch die Kassette austauschen. Dazu muss das Schaltwerk aber genug Platz für eine größere Kassette bieten. Du könntest zum Beispiel ein Modell mit größeren Ritzeln nehmen, die ein niedrigeres Übersetzungsverhältnis ermöglicht.
Jetzt musst du die Schaltung nur noch testen, um sicherzustellen, dass die Kettenlänge passt. Ach, und wenn du schon dabei bist, Kassette und Kettenblätter zu wechseln, dann mach am besten direkt noch eine neue Kette mit dran. Das geht schnell und lohnt sich immer.
Diese Vorteile und Nachteile hat es, ein Rennrad zu einem Gravel Bike umzufunktionieren
Beim Umbau von einem Rennrad auf ein Gravel Bike gibt es einige Vor- und Nachteile, die du berücksichtigen solltest. Wir haben sie für dich aufgelistet:
Vorteile
- Geringe Kosten: Wenn du schon ein Rennrad besitzt, ist es natürlich günstiger, es zu einem Gravel Bike umzubauen. Sobald du alle Teile besorgt hast, kannst du sie relativ leicht selbst anbringen und schon hast du ein Fahrrad, das einem Gravel Bike sehr ähnlich ist.
- Erfahrungswerte: Auch wenn sich neue Komponenten an deinem Fahrrad befinden, so kennst du dein Bike wahrscheinlich in- und auswendig – und hast ein besseres Gefühl für das Fahrverhalten, ob Gravel oder Straße.
Nachteile
- Einschränkungen: Beim Umbau von einem Rennrad auf ein Gravel Bike gibt es viele Dinge, die du einfach so hinnehmen musst. Du wirst nie genauso viel Reifenfreiheit wie ein echtes Gravel Bike haben und die Geometrie wird selten so optimal sein wie ein Rahmen, der speziell auf Gravelfahrten ausgelegt ist. Es ist also nicht das Gleiche.
- Haltbarkeit - Rennräder sind weniger robust als Gravelbikes. Sie sind nicht so stark gebaut, und du wirst immer die Sorge haben, dass etwas auf einem Trail kaputtgeht, wenn du an einem abgelegenen Ort bist.
- Hohe Kosten: Je nach Situation können die Anschaffungskosten der Komponenten auch zum Nachteil werden. Immerhin könntest du auch einfach dein altes Rennrad verkaufen und den Erlös dafür nutzen, ein neues Gravel Bike zu bestellen.
- Zeitaufwand: Ein Rennrad zu einem Gravel Bike umzubauen dauert eine Weile. Wenn du in deiner Freizeit gerne an Rädern herumschraubst, dann ist das natürlich kein Problem. Aber wenn du einfach nur losradeln willst, dann musst du entweder jemanden für die Arbeit bezahlen oder dich gedulden und dir selbst die Hände schmutzig machen.
Lohnt sich der Umbau von Rennrad auf Gravel Bike?
Die meisten Leute werden dir raten, es gar nicht erst zu versuchen. So ein Umbau kostet nicht nur Zeit und Energie, sondern kann auch unvorhergesehene Kosten verursachen. Noch dazu wirst du wahrscheinlich nicht das gleiche Fahrgefühl haben wie bei einem echten Gravel Bike.
Aber wenn du gerne an Fahrrädern arbeitest, das richtige Rennrad mit Scheibenbremsen und genug Reifenfreiheit hast und Lust auf ein solches Projekt hast, dann lass dich nicht davon abhalten. Du wirst viel lernen und mit Sicherheit Spaß dabei haben.
Sollte das aber nicht der Fall sein, ist es wahrscheinlich am besten, wenn du dein Rennrad verkaufst und den Erlös in ein echtes Gravel Bike steckst. Dann kannst du direkt den nächstgelegenen Wald ansteuern und musst dir keine weiteren Gedanken machen. Übrigens: In unserem Guide erfährst du, welches Gravel Bike am besten zu dir passt.
So wird dein Gravel Bike schneller auf der Straße
Ja, man kann es auch umgekehrt angehen. Bevor wir zum Ende dieses Blogposts kommen, wollen wir dir noch einen kleinen Tipp geben, wie du mit deinem Gravel Bike ein bisschen schneller auf der Straße unterwegs sein kannst.
Here we go: Benutze ganz einfach schmalere Reifen und leichtere, dünnere Laufräder. Viele Radler:innen besitzen aus genau diesem Grund mehrere Laufradsets für ihr Gravel Bike.
buycycle ist für dich da!
Ob du dein Rennrad nun zu einem Gravel Bike umfunktionieren oder direkt ein neues Gravel Bike kaufen willst – buycycle hat immer eine Lösung für dich. Auf unserer Plattform kannst du nämlich nicht nur dein altes Rennrad verkaufen, sondern auch ein günstiges Gravel Bike aus zweiter Hand kaufen. buycycle ist mit mehr als 20.000 tollen Performance-Bikes einer der größten Marktplätze für Secondhand-Fahrräder. Bei uns findest du bestimmt dein Traumrad!