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    So teuer sind Regelverstöße mit dem Fahrrad in Europa

    Sophia Willmes
    Sophia Willmes
    27. Feb. 2024 6 Min.
    So teuer sind Regelverstöße mit dem Fahrrad in Europa

    Fahrräder sind als Transportmittel der Wahl im Urlaub eine flexible Alternative zu Auto und örtlichem Nahverkehr. Mit dem eigenen Rad lassen sich Staus und überfüllte Busse vermeiden, und man ist schneller unterwegs als zu Fuß. Insbesondere urbane Sightseeing-Touren mit dem eigenen oder einem Leih-Drahtesel werden immer beliebter. Sie erlauben es, Städte von einer ganz anderen Seite zu entdecken und in kurzer Zeit viele Ecken urbaner Metropolen zu erkunden.

    Im Urlaub betrachtet man viele Dinge oft entspannter als zu Hause, und bei fremden Rechten und Regeln kann es leicht zu unbeabsichtigten Regelverstößen kommen. Mit welchen Bußgeldern dann zu rechnen ist, unterscheidet sich innerhalb Europas zum Teil stark. Das folgende Ranking soll daher einen Einblick darin geben, welche Geldstrafen drohen, wenn man sich mit dem Rad nicht an die Vorschriften hält.

    Das Ranking vergleicht die Bußgelder für verschiedene Verstöße in 20 europäischen Hauptstädten. Verglichen wurden dabei das Fahren ohne Licht, Fahren mit Alkohol, Handybenutzung während der Fahrt sowie das Fahren an Orten, an denen keine Fahrräder erlaubt sind.

    Fahren im Dunkeln: Hohe Geldstrafen für fehlendes Licht in Europa

    Gerade Fahrradfahrer sollten auf eine hohe Sichtbarkeit im Straßenverkehr achten, um Unfälle zu vermeiden. Wenn sie übersehen werden, wird es für sie schnell lebensgefährlich. Damit Radfahrer auch bei schlechten Sichtverhältnissen gut erkennbar sind, sind entsprechende Lampen vorgeschrieben. Wer das ignoriert, riskiert neben seiner Gesundheit daher auch einen Griff in den Geldbeutel.

    Ein Smartphone-Verbot gilt nicht nur fürs Auto

    Es ist keine gute Idee, Fahrrad zu fahren und gleichzeitig das Smartphone zu benutzen. Zum Einen ist das Fahren mit nur einer Hand mit Risiko verbunden, zum Anderen ist man durch ein Gespräch vom Verkehr abgelenkt. In Madrid wird diese Regelverletzung mit einer Strafe von 200 Euro geahndet. Wird man in Rom mit seinem Handy beim Fahren erwischt, kostet das 161 Euro. Dabei erreicht die italienische Hauptstadt nicht einmal nationale Spitzenwerte. In Venetien kann die Strafe beispielsweise bis zu 200 Euro betragen.

    In einigen Städten Europas kann man sich aber mit einem Trick helfen. In Berlin wird die Handynutzung während der Radtour zwar mit 55 Euro bestraft. Erlaubt ist hier aber die Verwendung eines Handys mit entsprechender Halterung. Ebenso wie im Auto darf man in Deutschland beim Radfahren also eine Freisprechanlage verwenden. Auch mit einem kurzen Blick aufs Handy macht man sich dann nicht strafbar, zum Beispiel zur Orientierung bei der Navigation.

    Nur ausgewiesene Wege führen ans Ziel

    Immer öfter gibt es eine klare Trennung zwischen Fahrrad- und Fußgängerwegen. Das dient dazu, für alle Beteiligten eine sichere Umgebung zu schaffen und das Risiko von Unfällen zu reduzieren. Zudem können extra ausgewiesene Wege dabei helfen, den Verkehrsfluss in Großstädten zu verbessern. Es kann daher hilfreich sein, sich vorab über die besten Routen für einen Städtetrip zu informieren. Beachtet man die ausgewiesenen Wege nicht, kostet das Radfahrer in Luxemburg 175 Euro. In Berlin/Rom fällt die Strafe mit 20/25 Euro milder aus.

    So teuer wird es, wenn man rote Ampeln ignoriert

    Eine rote Ampel zu missachten ist für alle Verkehrsteilnehmer gefährlich. Das Fahren über Rot führt nicht nur immer wieder zu gefährlichen Kollisionen mit Autos, sondern kann im schlimmsten Fall auch tödlich enden. Daher wird der Verstoß gegen diese Regel in vielen Ländern mit entsprechend hohen Geldstrafen belegt. In Athen kann die Missachtung einer roten Ampel mit 700 Euro zu Buche schlagen, während in Rom 613 Euro fällig werden. In Berlin beträgt die Strafe für das Überqueren einer roten Ampel immerhin noch 60 Euro, während Warschau eine vergleichsweise moderate Strafe von 23 Euro verhängt.

    Betrunken auf dem Drahtesel: So unterschiedlich sind die Gesetze in Europa

    Für das Fahren eines Fahrrads im betrunkenen Zustand gehen nicht nur die Bußgelder, sondern auch die Regelungen zwischen den Ländern stark auseinander. So können in Berlin bereits 0,3 Promille strafbar sein. Ist ein Radfahrer in Deutschland mit 1,6 Promille oder mehr unterwegs, hat er mit einer ordentlichen Geldstrafe zu rechnen. In diesem Fall bemisst sich die Höhe der Strafe am Einkommen und kann unterschiedlich ausfallen. Darüber hinaus droht Verkehrssündern eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU). 

    In Italien liegt die Promillegrenze nach einem feucht-fröhlichen Abend bei 0,5 Promille. Wird bei einer Kontrolle ein höherer Wert festgestellt, ist eine Geldstrafe ab 545 Euro fällig. In Stockholm oder Oslo gibt es keine Promillegrenze, ab der man nicht mehr fahren darf. Ist man hier in einen Unfall verwickelt, droht aber eine Anzeige wegen Fahrlässigkeit. In London ist es ratsam sein Rad zu schieben, wenn man mehr als 0,0 Promille hat. Zwar gibt es im Vereinigten Königreich keinen festgeschriebenen Grenzwert. Es ist aber strafbar, Fahrrad zu fahren, wenn man aufgrund von Alkohol- oder Drogenkonsum dazu nicht in der Lage ist. Wird man beim Radfahren unter Alkoholeinfluss erwischt, können Geldstrafen von bis zu 1.113 Euro verhängt werden.

    Diese Regeln sollten ebenfalls beachtet werden

    Neben den genannten Punkten gibt es eine Vielzahl weiterer Regeln, auf die man im internationalen Straßenverkehr mit seinem Drahtesel achten muss. Dazu zählen unter anderem folgende Regeln:

    • Das Hören von Musik beeinträchtigt die Fähigkeit, Umgebungsgeräusche wahrzunehmen. Im Straßenverkehr zählen dazu wichtige Warnsignale wie Autohupen oder Rufe von Fußgängern. Aus diesem Grund ist in Madrid das Tragen von Kopfhörern beim Fahrradfahren verboten und kann mit 200 Euro Geldstrafe geahndet werden. In Rom sind hingegen Headsets oder Kopfhörer erlaubt, solange nur ein Ohr bedeckt wird. Ganz anders sieht es in Deutschland aus. Hier sind Kopfhörer nicht explizit verboten.
    • Prinzipiell darf in den meisten Ländern nebeneinander gefahren werden, solange dies den Verkehr nicht behindert. Die Details der landesspezifischen Gesetze unterscheiden sich dabei aber deutlich. In der Schweiz ist es zum Beispiel erlaubt, wenn man in einer Gruppe von mehr als 10 Menschen unterwegs ist. Fährt man in Bern jedoch parallel an Stellen, wo dies nicht gestattet ist, kann es ein Bußgeld von 20 Euro nach sich ziehen.
    • In Spanien besteht eine Helmpflicht für alle Radfahrende – allerdings nur außerhalb des Stadtgebiets. Die einzige Ausnahme sind Kinder unter 16 Jahren, die in Spanien immer einen Helm tragen müssen. In Ländern wie Frankreich, Italien oder Kroatien ist eine Warnweste unter bestimmten Voraussetzungen Pflicht. Das kann zum Beispiel nachts oder beim Durchqueren von Tunneln der Fall sein.
    • Für deutsche Fahrer innerhalb Deutschlands gilt noch ein zusätzlicher Hinweis: Jedes Vergehen, das direkt die Verkehrssicherheit gefährdet und zudem ein Bußgeld über 60 Euro kostet, kann mit einem Punkt in Flensburg bestraft werden – zum Beispiel, wenn man bei Rot über die Ampel fährt.

    Fazit

    Die genannten Strafen sollen nicht nur als finanzielle Abschreckung dienen. Vielmehr sind sie eine wichtige Maßnahme, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten und den ordnungsgemäßen Verkehrsfluss zu fördern. Daher ist es ratsam, als Fahrradfahrer auch im Urlaub stets die Verkehrsregeln zu respektieren, um nicht nur Geldbußen, sondern vor allem auch Unfälle zu vermeiden.

    Methodik

    🇪🇺 Basierend auf einer Umfrage von Eurobarometer wurden 20 europäische Hauptstädte ausgewählt. Die Auswahl erfolgte anhand der verfügbaren Daten, um ein möglichst akkurates Ranking zu gewährleisten. Städte, bzw. Länder, zu denen keine ausreichenden Daten ermittelt werden konnten, wurden von der Auswahl ausgeschlossen.

    📝 Eine detaillierte Übersicht über alle verwendeten Quellen kann auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden

    💶 Um eine Vergleichbarkeit zwischen den unterschiedlichen Währungen zu gewährleisten, wurden alle Fremdwährungen mit dem Wechselkurs vom 7. Februar 2024 in Euro umgerechnet.

    📈 Das Ranking wurde anhand von Punkten erstellt. Jede Stadt erhielt pro Kategorie einen Punktwert zwischen 0 und 100. Die Stadt mit dem höchsten Bußgeld erhielt 0 Punkte, diejenige mit dem niedrigsten 100 Punkte. Hierfür wurde die untenstehende Formel verwendet. Die endgültige Rangliste wurde durch Addition aller individuellen Faktorwerte erstellt und erneut durch Anwendung der untenstehenden Formel angepasst: