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Die wichtigsten FAQ´s zu Tubeless Reifen

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Was in der Automobilindustrie Normalität ist, gewinnt immer mehr an Beliebtheit im Fahrrad-Kosmos: Reifen ohne Schläuche. Die sogenannten Tubeless Reifen werden bisher insbesondere für Mountainbikes, Gravel Bikes und Rennräder genutzt. Dabei versprechen sich die Fahrer gesteigerte Traktion und erhöhte Pannensicherheit bei weniger Rollwiderstand. Bei Touren- und Trekking-Rädern werden die schlauchlosen Reifen ebenfalls verbreitet umgerüstet. Die vielversprechende Alternative zu den Drahtreifen, Faltreifen und Schlauchreifen bietet viel Potential. Hier beantworten wir die meist gestellten Fragen.

  1. Was sind Tubeless Reifen?
  2. Welche Vor- und Nachteile haben sie?
  3. Wie läuft die Tubeless-Montage ab?
  4. Kann ich mein Fahrrad umrüsten?
  5. Welche Hersteller sind erprobt?
  6. Wer braucht Tubeless Reifen?

1. Was sind Tubeless Reifen?

Wie der Name vermuten lässt, kommen Tubeless Reifen ohne Schläuche im Inneren des Mantels aus. Dennoch gelangt keine Luft nach außen. Das liegt am Aufbau der schlauchlosen Konstruktion. Mit wenigen Komponenten kann durch Abdichtung mithilfe von Dichtflüssigkeit Luft im Reifen gehalten werden. Das Tubeless-System besteht aus Felgen, Felgenband, Reifenmantel, Ventil und Dichtmilch. Felgen mit tiefem Felgenbett und erhöhtem Felgenhorn sorgen dafür, dass der Reifenmantel dicht anliegt. Felgen und Reifen sind also so beschaffen, dass sie direkt aneinander abdichten. Ein Tubeless-Felgenband verhindert das Austreten von Luft an der Felge. Dichtmilch lässt sich durch ein Tubeless-Ventil in das innere des Reifens einfüllen und macht ihn luftdicht. Anschließend lässt sich der Reifen mithilfe eines Kompressors oder einer Standpumpe mit Druckluft-Tank aufpumpen. Auf den ersten Blick kann man einen Tubeless-Reifen normalerweise nicht von anderen Reifen-Varianten unterscheiden. Das Ventil gibt bei genauem Hinsehen Aufschluss. Grundsätzlich gibt es noch andere Reifentypen auf dem Markt:

  • Drahtreifen beinhalten einen Draht im sogenannten Wulst. Dadurch wird der Reifen an der Felge gehalten. Bei Druck kann sich der Reifen nicht ausweiten und springt somit nicht von der Felge. Die Draht-Variante hat meist einen Schlauch im Inneren. Dieser Reifentyp zeichnet sich aus durch einfache Montage und einen niedrigen Preis. Allerdings hat er ein höheres Gewicht im Vergleich zu den anderen Modellen. Er ist in der Regel nicht tubeless geeignet.

  • Der Faltreifen hat anstelle des Drahts flexible Kunststofffasern, auch Kevlarfasern genannt, im Reifenwulst. Diese sind leichter und flexibel. Im Gegensatz zu den Modellen mit Draht ist dieser Reifen also faltbar und leichter. Das macht sich in der Regel durch den etwas höheren Preis bemerkbar. Sowohl Drahtreifen, als auch Faltreifen, werden als Clincher bezeichnet. Faltreifen können in der Regel auch tubeless gefahren werden.

  • Schlauchreifen, auch Tubular genannt, haben einen eingenähten oder einlaminierten Schlauch und werden auf eine spezielle Felge aufgeklebt. Vorteil ist, dass bei einem Platten der Reifen auf der Felge bleibt und man problemlos ausrollen kann. Dennoch sind die Rolleigenschaften eines Falt- oder Drahtreifens besser. Die Montage des Schlauchreifens ist außerdem aufwendiger und die Produktionskosten sind höher. Vorsicht, oftmals wird auch bei Falt- oder Drahtreifen von Schlauchreifen gesprochen.

2. Welche Vor- und Nachteile gibt es?

Viele Nutzer des Tubeless-Systems schwören auf ihre Fahrradreifen. Selbst einige Verfechter der Faltreifen rüsten ihre Fahrräder nach und nach um. Vollkommen zurecht. Die Tubeless-Reifen bringen durch das Weglassen des Schlauches einige Vorzüge mit sich. Viele Radfahrer möchten Gewicht sparen. Das gelingt durch fehlende Schläuche, im Fahrradsport zählt schließlich jedes Gramm. Es kann außerdem mit geringerem Luftdruck gefahren werden, als bei den Varianten mit Schlauch nötig ist. Dabei muss man keine Leistungseinbußen in Kauf nehmen. Im Gegenteil: durch niedrigen Luftdruck im Reifen liegt mehr Fläche auf dem Boden auf. Der Reifen greift somit besser, das bringt Sicherheit und Komfort. In Kurvenfahrten, sowie bei Schlamm oder losem Untergrund kann die Kontrolle durch wenig Reifendruck besser behalten werden. Das Hinterrad rutscht im Zweifel erst später weg. Da kein Schlauch vorhanden ist, kann keine Reibung zwischen ihm und dem Reifen entstehen. Ein geringerer Rollwiderstand ist die Folge. Bessere Rolleigenschaften sind besonders beim Umstieg von Falt- oder Drahtreifen auf das schlauchlose System stark auffällig. Das Tubeless-System sorgt für bessere Traktion. Ein weiterer Vorteil ist die hohe Pannensicherheit. Es gibt keinen Schlauch der platzen könnte, auch Ventil Abrisse kommen nicht vor. Ein Durchschlag ist deutlich unwahrscheinlicher als bei den anderen Reifenvarianten, da kein Schlauch vorhanden ist, der gequetscht werden kann. Besonders interessant ist die schnelle Abdichtung durch die Dichtmilch falls doch kleinere Löcher oder Durchschläge , auch Snakebites genannt, vorkommen. Besonders beim MTB ist der Pannenschutz Gold wert. Das ruppige Fahren bietet viel Potential, “Snakebites” im MTB-Reifen zu erzeugen. Falls es zur Panne kommt, ist man mit dem Schlauchlos-System in der Regel schneller wieder startklar, da Dichtflüssigkeit meist zum Schließen der Öffnung ausreicht. Bei sehr kleinen Schäden verschließt die lose Dichtmilch im Reifen das Leck so schnell, dass man den Schaden beim fahren nicht bemerkt. Anderen Reifenmodellen müsste ein neuer Schlauch eingezogen werden. Ist die Beschädigung des Reifens zu groß, gibt es Alternativen zur Dichtmilch. Beim sogenannten Tubeless-Flicken wird eine Art Pfropfen in das Loch gestopft. Alternativ dazu kann der Tubeless-Reifen wieder umgewandelt werden. Man demontiert den Reifen. So kann man die Dichtmilch mit einem nassen Lappen aus dem Inneren wischen und einen Schlauch einziehen, nachdem das Tubeless-Ventil entfernt wurde. Genauso würde man bei einer Panne mit Falt- oder Drahtreifen vorgehen - einen neuen Schlauch einziehen. Möchte man für jeden Fall gewappnet sein, entfällt also der Vorteil, keine Schläuche mit auf Tour nehmen zu müssen. Die Dichtmilch kann keine Wunder bewirken. Bei besonders ruppigen MTB-Fahrten kann es in Ausnahmen zu Dellen in der Felge selbst kommen. Somit hat der Reifen keine Chance, dicht zu bleiben. Hierbei wird der niedrige Luftdruck zum Verhängnis. Die Felge ist weniger vor Dellen geschützt. Um dem vorzubeugen gibt es sogenannten Durchschlag-Schutz, der im Vorfeld mit angebracht wird. Alternativ kann nach solchen Beschädigungen versucht werden, die Reifen mehrmals mit einer hohen Barzahl an Luft zu befüllen, sodass sich der Mantel wieder vollkommen an die Felge schmiegt. Diese Option funktioniert mit Sicherheit nur temporär. Ein Nachteil zeigt sich in der Montage. Ein sehr genaues arbeiten ist essentiell. Felgenband, Felge und Mantel müssen sehr sauber sein. Das Aufziehen des Reifens ist etwas schwerer als bei anderen Modellen. Das Montieren von Tubeless-Reifen bringt also mehr Arbeit mit sich. Der Luftdruck sollte regelmäßig überprüft werden. Alle drei bis sechs Monate muss neue Dichtmilch nachgeschüttet werden. Eine Reinigung vor dem neuen Einfüllen der Flüssigkeit lohnt sich, damit die neue Milch optimal wirken kann. Das alte Dichtmittel trocknet aus und dichtet eventuell nicht mehr ab. Trotz geringer Menge, die man benötigt, sind das regelmäßig anfallende Kosten. Bei anderen Reifenmodellen müssen die Schläuche ebenfalls ab und an erneuert werden, weshalb hier von keinem echten preislichen Nachteil gesprochen werden kann. Besonders bei einer hochfrequentierten Nutzung eines MTB´s kann es sehr häufig zu einem Schlauchwechsel kommen. Das entfällt beim Tubeless-Reifen. Es muss allerdings erwähnt werden, dass auch bei unsauberen Fahrmanövern mit Tubeless-System die Reifen kurzzeitig vom Felgenhorn gezogen werden können. Danach müssen die Reifen wieder aufgepumpt werden. Problematisch ist es, nicht die richtige Luftpumpe parat zu haben. Man benötigt zum aufpumpen einen Kompressor oder spezielle Luftpumpen. Druckluft ist zum befüllen notwendig, denn beim Tubeless-Reifen muss die Luft schlagartig in den Reifen gepumpt werden. Mittlerweile sind auch Handpumpen käuflich, mit denen sich die Tubeless-Reifen befüllen lassen. Beispielsweise gibt es in Sportgeschäften CO2-Kartuschen für Biker, die auf den einmaligen Gebrauch ausgelegt sind und sich ideal für Tubeless-Reifen eignen.

3. Wie läuft die Tubeless-Montage ab?

Felgen und Reifen müssen tubeless-ready sein. Es befindet sich eine Kennzeichnung mit der Abkürzung TLR oder TLE auf den Komponenten. Das bedeutet, die Teile sind dafür geeignet, dicht aneinander abzuschließen. Der Reifen muss später straff und dicht auf der Felge sitzen. Nur so kann schlauchlos gefahren werden. Es gibt von einigen Herstellern sogenannte Tubeless-Kits mit Tubeless-Felgenband, Tubeless-Ventil und Dichtmilch.

  • Schritt eins dreht sich um das Felgenband. Man überprüft, ob bereits ein Tubeless-fähiges Felgenband auf der Felge angebracht ist. Diese Felgenbänder sind selbstklebend und dichten die Speichenlöcher der Felge ab. Wenn nicht, muss die Felge gereinigt werden. Anschließend kann das Tubeless-Felgenband angebracht werden. Es sollte an die Felge anschließen, also exakt so breit sein wie das Felgenmaul. Die Reifenbreite kann variieren, hier muss man also genau sein. Beim Anbringen wird bei der Ventilöffnung begonnen. Unter Spannung kann das Band nun Falten- und Blasenfrei rundherum geklebt werden. Über das Ventilloch wird das Felgenband doppelt geklebt. Somit erreicht man, dass dieser Bereich sicher dicht bleibt. Der Rest bleibt einfach beklebt. Das Band über dem Ventilloch kann nun mit einem Werkzeug eingestochen werden.

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  • Schritt zwei geht um das Einsetzen des Tubeless-Ventils. Es hat auf beiden Seiten der Felge eine Gummidichtung. Zu beachten ist das starke Festziehen der Rändelschraube auf der Seite der Speichen. Hierfür reicht die eigene Handkraft. Im Falle eines Plattens riskiert man ein zu fest geschraubtes Ventil bei Benutzung von Werkzeug.

  • In Schritt drei wird der Reifen auf die Felge gezogen. Dabei ist die Laufrichtung der Reifen zu beachten. Diese ist meist durch einen Pfeil gekennzeichnet. Für die erste Seite, auch Flanke genannt, ist weder Reifenheber noch Montagefett notwendig. Die erste Reifenflanke muss über das Ventil gebracht werden. Falls die zweite Flanke schwer über die Felge zu bringen ist, empfiehlt es sich, etwas Montagefett oder Flüssigseife zur Hilfe zu nehmen. Auf einen Reifenheber sollte man als Ungeübter verzichten, um keine Beschädigung zu hinterlassen. Im Nachhinein könnte der Reifen dadurch undicht werden.

  • In Schritt 4 kann die Dichtmilch mithilfe einer Spritze oder einem kleinen Schlauch durch das Ventil in den Reifen geführt werden. Bei einem Rennradreifen benötigt man ca. 40 ml pro Seite. Bei einem MTB Reifen können 60 ml oder mehr pro Reifen eingefüllt werden. Anschließend wird die Dichtflüssigkeit durch drehen verteilt. Man achtet darauf, durch Schwenkbewegungen den gesamten Innenraum des Reifens zu benetzen. Nur so kann die Milch den Reifen sicher abdichten.

  • Im letzten Schritt wird der Reifen mithilfe eines Kompressors oder einer Standpumpe mit Druckluft-Tank gefüllt. Der Reifen muss schlagartig mit Luft gefüllt werden. Der Mantel sitzt bis zu diesem Schritt locker auf der Felge. Eine normale Luftpumpe würde nicht ausreichen, um den Reifen schnell genug zu befallen. Durch schnelles Befüllen setzt sich der Reifen an die richtige Stelle der Felge und ist dicht. Man hört ein knacken, sobald der Reifen sich in das Felgenband presst und somit richtig positioniert ist. Wird der Reifen über das Ventil mit Dichtmilch befüllt, kann Das Ventil abgedichtet und verstopft sein. Es gelangt beim Aufpumpen keine Luft in den Reifen. Zur Not baut man den Ventileinsatz noch einmal aus und pumpt den Reifen so mit Luft auf.

4. Kann ich mein Fahrrad umrüsten?

Faltreifen können in der Regel umgerüstet werden, ohne dass neue Reifen angeschafft werden müssen. Drahtreifen sind meistens nicht für eine Tubeless Umrüstung geeignet. Auch herkömmliche Rennradreifen eignen sich nicht. Ein normaler Reifenwulst hält die benötigte Kraft, die durch Luftdruck bei der Montage aufgebracht werden muss, nicht aus. Somit springt der Reifen über die Felge hinaus. Ob die Reifen geeignet sind, lässt sich auf Reifenmantel und Felge anhand der Kennzeichnungen TLR oder TLE bestimmen. Fehlen diese, sind die Komponenten nicht geeignet. Felgen, bei denen das Felgenbett auf einem Niveau verläuft, sind ebenfalls nicht geeignet. Hat man die passenden Komponenten, geht man genauso vor wie bei einer neuen Montage. Bei bereits gebrauchten Reifen ist die Säuberung von Reifen und Felge im Vorfeld besonders wichtig. Weder Staub noch Dreck dürfen als Rückstände vorhanden sein. Sie können die Abdichtung vermasseln. Es kann Sinn machen, die gesäuberte Mantelinnenseite bereits vor der Montage mit Dichtmilch zu benetzen. Durch das Einwirken der Milch kann sich jede Pore im Vorfeld schließen. Neuere Laufräder haben oft bereits das passende Felgenband. Ist das Felgenband nicht fest mit der Felge verklebt oder hat es einen gewebeartigen Stoff, so muss es getauscht werden. Ein Restrisiko bleibt immer, dass Felgen und Reifen trotz Tubeless-Ready Kennzeichnung nicht dicht zu bekommen sind. Tubeless-Reifen können wieder rückgerüstet werden. Mit etwas Wasser wischt man dafür die Dichtflüssigkeit aus dem Reifen und zieht wieder einen Schlauch ein. Übrigens können auch E-Bikes auf das Tubeless-System umgerüstet werden. Viele Fahrräder werden sogar mit Tubeless-Ventilen als Zubehör geliefert.

5. Welche Hersteller sind erprobt?

Schwalbe fertigt exzellente Reifen. Die Schwalbe Tubeless Ready oder Tubeless Easy Reifen kennzeichnen die besondere Tubeless-Technologie des Herstellers. Durch ihren speziellen Reifenwulst dichten sie bei der Montage unmittelbar mit der Felge ab. Somit wird beim Aufpumpen keine Druckluft benötigt. Die Schwalbe pro one beispielsweise sind High-end Rennradreifen. Auch Continental ist nicht nur für den Motorsport ein altbewährter Reifenproduzent. Die Continental Grand-Prix Reifen sind das Pendant für Rennräder zur Schwalbe-Variante. Es gibt eine Liste weiterer namenhafter Reifenhersteller wie Michelin, Maxxis oder Kenda, die Reifen Tubeless-Ready anbieten. Auch für die Montage und Umrüstung gibt es tolle Hilfsmittel. Firmen wie Mavic, Notubes, Mac-Off oder SKS bieten gute Tubeless-Kits oder auch einzeln erhältliche Dichtmilch an. Auch Schwalbe oder Continental haben ihre eigenen Sets, Kompressoren wie den Schwalbe Tire Booster und speziell auf deren Reifen angepasste Dichtmilch im Sortiment.

6. Wer braucht Tubeless Reifen?

Das Tubeless-System lohnt sich für jeden Radfahrer, egal ob für Rennen auf Asphalt oder weite Sprünge im Bikepark. Jeder kann von gesteigerter Traktion, auffallend verbessertem Rollverhalten, Gewichtseinsparung und den Pluspunkten bei Pannen profitieren. Reifen mit Schläuchen sind ein altbewährtes System. Dabei zu bleiben ist nicht verwerflich. Wer gerne sein Bike optimiert wird allerdings am Tubeless-System nicht vorbei kommen und vermutlich dabei bleiben. Tubeless-Reifen sind auf kurz oder lang die Zukunft der Reifentechnologie. Zumindest, bis uns weitere Neuheiten überraschen.

Bei speziellen Fragen Rund um das Thema Tubeless Reifen hilft das buycycle-Team gerne weiter.

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