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Wissenswertes rund um den Federweg

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Der bedeutende Unterschied zwischen einem Rennrad und einem Mountainbike liegt in der Federung. Rennräder sind auf Geschwindigkeit und das Zurücklegen langer Distanzen ausgelegt. Federelemente würden Energie schlucken, die vom Radfahrer für den Vortrieb aufgebracht wird. Auf eine Federgabel oder Dämpfer werden also verzichtet. Zusätzlich sorgen sehr schmale, glatte Reifen für wenig Widerstand, um hohe Geschwindigkeit erreichen zu können. Dadurch sind allerdings nur asphaltierte oder sehr ebene Böden befahrbar. Gravel Bikes ermöglichen aufgrund ihrer Bereifung samt mehr Profil, auch auf Feld- und Kieswegen voran zu kommen. Wer hingegen wurzelige Waldpassagen überrollen, ruppige Trails erkunden oder sogar im Bikepark für tiefe Drops gewappnet sein möchte, greift zum MTB. Je nach gefahrenen Untergründen ändern sich die Ansprüche an ein Fahrrad. Verschiedene Abstufungen von Federwegen unterstützen im dafür vorgesehenen Einsatzbereich. Egal ob Hardtail oder Fully, E-Bike oder ausschließlich selbst angetrieben: mit dem passenden Federweg scheint jedes Abenteuer abseits der Straßen machbar. Was es genau mit Federelementen auf sich hat und wie viel Federweg für wen geeignet ist erfährst du hier.

  1. Was ist der Federweg?
  2. Welchen Federweg brauche ich?
  3. Wie stelle ich meine Federung ein?
  4. Ist mehr Federweg besser?
     

Was ist der Federweg?

Mountainbikes können auf verschiedene Arten gefedert sein. Der Federweg meint die Federungstiefe, die Unebenheiten und Sprünge abfängt. Federgabel und Dämpfer gelten als Federelemente. Der Weg, den der Dämpfer einfedern kann, bezeichnet man als Hub. Multipliziert mit dem Übersetzungsverhältnis des Hinterbaus, kann man den Federweg des Rahmens berechnen. Für ein besseres Verständnis schauen wir uns die Federelemente samt Fahrradarten erst einmal genauer an. Hardtail ist der Sammelbegriff für Fahrräder, die einfach gefedert sind. Beispielsweise gehören auch Dirtbikes Bikes zu den Hardtails. Eine Federgabel ist das Verbindungselement zwischen Vorderrad und Lenker. Sie lässt das Vorderrad einfedern. Gabeln gibt es starr mit Stahlfederung oder Luftfederung. Bei modernen Bikes hat sich in den letzten Jahren zum Großteil die Luftfederung gegen die schwere, eingeschränkt einstellbare Stahlfederung durchgesetzt. Starre Gabeln werden bei Rennrädern, Cyclocross Bikes, Gravelbikes oder auch dem BMX verbaut. 

Luftfederungen lassen sich durch die Veränderung des enthaltenen Luftdrucks präzise einstellen. Das ist relevant, um ein MTB an das Körpergewicht seines Fahrers anzupassen. Außerdem kann man so auf die eigenen Bedürfnisse bei der Fahrt eingehen. Die Beschaffenheit des Untergrundes, auf dem man sich hauptsächlich bewegt, spielt dabei eine Rolle. Bestimmte Fahrtechniken und Tricks sind mit einer härteren Federgabel einfacher umzusetzen. Bis zu 200 Millimeter Federweg sind bei der Federgabel gängig. Das bedeutet, eine Einfederung von höchstens 200mm ist möglich. Heutzutage ist das sogenannte Lock-Out-System weit verbreitet. Die Federgabel kann gesperrt werden. Das erhöht die Traktion. Gemeint ist die Fähigkeit des Bikes, Antriebskraft in Vortrieb, also Beschleunigung umzusetzen. Es wird auf ebenen Böden oder bergauf also Energie gespart, wenn die Federgabel gesperrt ist. Die aufgebrachte Kraft geht direkt in den Vortrieb und wird nicht von der Federgabel geschluckt. Unter Fullys versteht man Mountainbikes mit “full Suspension”, also Vollfederung. Zu der Federgabel vorne kommt ein Dämpfer im Hinterbau. Auch dieser lässt sich bei vielen Modellen sperren, um besser bergauf und auf ebenen Strecken zu performen. All Mountain Bikes oder Trailbikes, das Enduro oder Freeride Bike werden beispielsweise zu den Fullys gezählt. Hinterbaudämpfer gleichen Unebenheiten aus und fangen Sprünge und Drops ab. Feder und Stoßdämpfer ergeben kombiniert das Federbein, im Volksmund bezeichnet man es oft nur als Dämpfer. Wie bei der Federgabel gibt es zwei Optionen. Eine Federung durch Luft oder durch eine Stahl- oder Titanfeder. Das Material ist natürlich auch eine Frage des Geldes. Die Luftfederung kann auch hier zu Gewichtsreduktion des gesamten Bikes beisteuern und ist präziser einstellbar. Besonders bei Fahrern mit wenig Körpergewicht kann sich das bezahlt machen. Bikes mit viel Federweg, die für besonders ruppiges Gelände gebaut werden, greifen eher zu Stahl- oder Titanfederung. Mit größer werdendem Federweg ändert sich auch die Rahmengeometrie.

Welchen Federweg brauche ich?

Wer sich ein neues Bike zulegen möchte, sollte im Voraus sein Fahrverhalten analysieren. Wichtig ist, von dem echten Haupteinsatzbereich auszugehen. Wer gerne ein- bis zweimal im Jahr in den Bikepark fährt, ansonsten aber eher im Wald heimisch ist, wird ein Freeride Bike nie richtig nutzen. Realistisch zu bleiben ist hier das A und O. 

Hardtail

Möchtest du lange Touren auf leicht unebenem Untergrund unternehmen oder den Berggipfel selbstständig erreichen? Zusätzlich soll der Weg hinab Spaß machen und über wurzelige Trails führen? Dann kann das kostengünstigere und weniger wartungsintensive Hardtail die perfekte Wahl für dich sein. Meist hat es um die 100mm Federweg. Es gibt Trail Hardtails oder Race Hardtails. Herstellerangaben geben Aufschluss, für was ihre Modelle geeignet sind. Hardtails sind besonders für Personen mit wenig Fahrtechnik zu empfehlen. Da kein Dämpfer eingebaut ist, der viele Fahrfehler verzeihen könnte, lernt man sehr gut zu fahren. 

Fullys

Hast du Lust auf Adrenalin, holprige Talabfahrten und den vollen Spaß im Bikepark? Dann sieh dich bei den Fullys deiner Lieblings-Hersteller um. Bei den Fullys wird es besonders spannend, wenn es um den Federweg geht. 

Cross Country Bikes haben meist bis zu 120 mm Federweg. Sie werden auch als Racefullys bezeichnet. Wer besonders viel bergauf unterwegs ist, dennoch bergab auf leichten Trails performen will, kann sich nach einem Cross Country, auch XC Bike genannt, umsehen. 

All Mountain Bikes, auch Trailbikes genannt, haben bis ca. 150mm Federweg. Auch einige Enduro Bikes bewegen sich in diesem Spektrum. Man setzt auf lange Rahmengeometrie mit flachem Lenkwinkel. Es ergibt sich eine aufrechte Sitzposition. Mit dieser Kategorie von Fahrrad sind die meisten Mountainbike affinen Menschen gut bedient. Bergauf kann noch gut selbstständig gefahren werden. Auch ruppige Trails und weite Sprünge oder kleinere Drops gleicht das All Mountain Bike aus. Es ist der perfekte Kompromiss für Personen, die neben heimischen Trails auch gelegentlich einen Bikepark besuchen möchten. Es wird auf eine leichte Bauweise gesetzt, Aluminium und Carbon sind gängige Rahmenmaterialien. Hauptsächlich findet man es mit 29-Zoll-Laufrädern.  

Enduro Bikes mit etwas mehr Federweg und Freeride Bikes haben durchschnittlich bis zu 180mm Federweg. Nicht nur die Federung unterscheidet sich, auch der Lenkwinkel, Sitzwinkel und somit die ganze Sitzposition sind viel stärker auf Bergabfahrten ausgerichtet. Auch die Laufradgröße oder die Montage der Fahrradkomponenten beeinflussen die Sitzposition. Der Körper ist eher über der Hinterachse positioniert. Dabei können große Hindernisse überrollt werden und weite Sprünge werden abgedämpft. Selbstständig den Berg hinauf fahren ist mit diesem Federweg eher mühselig. Im Bikepark hingegen ist man damit am besten aufgestellt. Freeride Bikes lohnen sich für Personen mit viel Erfahrung auf dem Bike oder Profis. 

Downhill Bikes haben meist bis zu 180mm Federweg. Sie sind vor allem für Downhill Rennen, also Geschwindigkeit bei ruppigen Trails konzipiert. Downhill-Bikes sind ebenfalls hohen Belastungen ausgesetzt. Mit der großen Belastbarkeit des Rahmens geht viel Gewicht einher. Die Federgabel hat eine Doppelbrücke. Das sorgt für Stabilität. Bergauf fahren ist mit einem Downhill-Bike kaum möglich. Die Rahmengeometrie ist noch mehr auf eine liegende Sitzposition ausgerichtet. 

Verschiedene Mountainbike-Typen werden mittlerweile mit verbautem Elektro-Motor angeboten. Besonders bergauf ist das eine Erleichterung. E-Mountainbikes sind eine hervorragende Unterstützung, um zu einmaligen Berggipfeln und Aussichtspunkten zu gelangen, die mit eigener Kraft große Anstrengung erfordern würden. Besonders beliebt sind E-Fullys. Der Weg zur Gondel oder der Shuttle Service kann gespart werden, indem man Unterstützung bergauf durch den Motor erhält. Dadurch sind besonders viele Bergabfahrten in kurzer Zeit umsetzbar.

Wie stelle ich meine Federung ein?

Federelemente bieten Möglichkeiten, um sie einzustellen. Dadurch lässt sich die Performance verbessern. Neben dem Luftdruck bei der Luftfederung lassen sich Drehknöpfe und Volumenspacer, auch Token genannt, einstellen. Volumenspacer bestehen aus Plastik oder Gummi und verringern das Volumen in der Luftkammer der Federgabel oder des Dämpfers. 

  1. Zunächst sollte der Negativfederweg passend eingestellt werden. Der Negativfederweg ist die Einfederung des Dämpfers durch bloßes Aufsetzen auf das MTB. Das lässt sich durch den Luftdruck oder die Feder regeln. Dabei gilt, umso Downhill belasteter das Bike sein wird, desto höher der Negativfederweg im Verhältnis zum Gesamtfederweg. Dabei sollte man immer nach dem Körpergewicht zusätzlich der Bike Ausrüstung wie Helm und Protektoren gehen. Wichtig ist, den Negativfederweg im stehen einzustellen, nicht im sitzen. Es kann ansonsten dazu kommen, dass die Federgabel zu gering für steiles Gelände eingestellt ist. 

  1. Anschließend lässt sich ein Blick auf die Zugstufe, englisch Rebound, werfen. Damit gemeint ist die Ausfedergeschwindigkeit der Federelemente, nachdem sie durch Sprünge oder Unebenheiten im Boden komprimiert sind. Eine schnelle Rebound Einstellung ist verspielter. Zu schneller Rebound kann das Gefühl vermitteln, schnell über den Lenker zu fliegen. Eine langsame Rebound Einstellung lässt das Bike eher am Boden haften. Wichtig ist es hier, einen Kompromiss zu finden, der zum eigenen Fahrstil passt. 

Bekannte Federelement Hersteller wie Fox, Rockshox oder Sram bieten einen Setup-Guide an. Dieser hilft zur Orientierung bei der richtigen Einstellung.

Ist mehr Federweg besser?

Oftmals tendiert man dazu, mehr Federweg anzustreben als man wirklich benötigt. Mehr Federweg hat aber nicht nur Vorteile. Zwar stimmt es, das viel Federweg viel verzeiht. Größere Hindernisse können einfach überrollt werden und hohe Geschwindigkeiten sind bergab auch ohne viel Technik möglich. Hier liegt ein Problem. Die Technik ist der wichtigste Faktor beim Radfahren. Richtig lernen wird man sie eher mit wenig Federweg. Es ist hilfreich, mit einem Hardtail zu beginnen auf Trails zu fahren. Ein vollgefedertes Bike befeuert ein schwammiges Fahrgefühl und man erhält weniger Rückmeldung vom Boden. Auch bestimmte Fahrtechniken und Tricks sind einfacher zu lernen und umzusetzen mit weniger Federweg. Wer sich zum Beispiel an einem “Bunnyhop” versucht, also gleichzeitig beiden Reifen den Bodenkontakt nehmen will, der wird sich zu Beginn mit einem Fully schwer tun. Auch das Versetzen der Räder funktioniert besser, wenn das Rad weniger einfedert. Eine ehrliche Analyse des eigenen Fahrradgebrauchs und des Terrains, in dem man sich wohlfühlt, wird einem zur passenden Wahl des Federwegs helfen. Am Ende zählt allerdings nicht, sich endlos in das Thema einzulesen. Besser ist die Zeit genutzt, indem man auf dem Bike übt, sich ausprobiert und ein Gespür für sein Rad bekommt. Eine Vielzahl an potentiellen Traum-Mountainbikes findest du auf buycycle. Bei Fragen zu Federelementen oder dem Federweg steht das buycycle-Team mit Rat und Tat zur Seite.

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